
Grusswort des Protektors
Liebe GRVer!
Ein gutes Ruderjahr mit vielen Aktivitäten geht zu Ende. Früheinsetzendes Herbstwetter mit Regen und Sturm beschleunigte den Ausklang. Die Zeit, Bilanz zu halten, ist wieder gekommen. Auf der Jahreshauptversammlung wurde vieles deutlich. Neben einiger Kritik überwog die Anerkennung für gute Arbeit des Vorstandes, Lob für die Organisatoren der vielen Wanderfahrten und für manchen uneigennützigen Dienst. Erfreulich auch der Einsatz einiger Ehelmaliger, die dem Verein sehr verbunden sind. Günter Mertens ist für ein weiteres Jahr Vorsitzender, seine Arbeit zeigt schon Merkmale von Erfahrung und Oberprimazteife und ist uns wertvoll. Auch wenn man manche Schülerunternehmungen des GRV kritisch betrachtet, es bleibt doch ganz erstaunlich und bemerkenswert, daß die gute KM-Leistung des Vorjahres, die uns an die Spitze der deutschen Schülervereine setzte, in diesem Jahr wiederholt werden konnte. Unser neuer Kunststoffdreier, im Sommer von Herrn Dir. Dr. Seidler auf den Namen "Wasserwanze" getauft, hat sich auf vielen Ruderkilometern sohon bestens bewährt. Ich hoffe, daß 1975 unsere Flotte noch um ein weiteres Boot anwachsen kann, die Aussichten sind gut. Die Arbeit unserer Bootswarte in diesem Jahr verdient besondere Anerkennung. Ohne sie wäre manche Fahrt ins Wasser gefallen. Besondere Aufmerksamkeit wollen wir der Ausbildung und Betreuung der zahlreichen Untertertianer und Quartaner widmen, die voller Erwartung jetzt zu uns gekommen sind; es liegt wesentlich an den Ausbildern, ob diese Anfänger Freude am Rudern gewinnen oder sich eines Tages enttäuscht abwenden. Es ist noch zu vermerken, daß die Zahl der Mädchen im GRV sprunghaft wächst! (von 1 auf 5). Ich sage den tatkräftigen GRVern , die unsren Verein in diesem Jahr getragen haben, herzlichen Dank. Die Müden wollen wir aufmuntern, damit auch das 80. Ruderjahr, in das wir bald eintreten, ein erfolgreiches sei.
gez.
euer Protektor D. Kissenbeck
Bericht der Bootswarte
Während der Weihnchtsferien begannen wir zusammen mit einigen älteren Mitgliedern die Skulls, das Skiff "Bröckemännche" und den Vierer "Grafenwerth" zu überholen. Die Reparaturen an diesen Booten wurden kurz vor bzw. nach der Lahnfahrt beendet. Nach den Osterfeerienwanderfahrten hatten wir kaum noch ein fahrbereites Boot. Bis zur Lahnfahrt gelang es uns, alle Boote wieder dem Ruderbetrieb zugänglich zu machen. Die Lahnfahrt brachte erfreulicherweise kaum neue Bootsschäden. Vor den Sommerferien begannen wir mit der Überholung unseres Renn-Gig Vierers "Dominik". Während dieser Ferien kamen der neue Dreier "Wasserwanze" und der alte Riemenvierer "Galeere", der von der Werft überholt worden war, aus Eberbach. Nach den Sommerferien vollendeten wir die Arbeiten am "Dominik" und begannen mit der Überholung des Skiffs "Spinnewipp", welches total abzudichten uns trotz sorgfältigster Arbeit nicht möglich war. Deshalb wurde es im Herbst zur Werft Empacher nach Eberbach geschickt. Vor den Herbstferien begannen wir mit der Überholung des Dreiers "Nonnenwerth" und hoffen, die Arbeiten an diesem Boot bis Ende November beendet zu haben. Durch die Anschaffung von acht Paar neuen Skulls konnten wir endlich den trotz vieler Reparaturen noch bestehenden Mangel an Skulls vorläufig beheben. Zum Abschluß sei folgendes gesagt: Der Bootspark befindet sich in einem zufriedenstellenden Zustand. Dieser Zustand muß beibehalten werden. Durch die Anschaffung des Dreiers "Wasserwanze" konnten wir drei dringend benötigte Bootsblätze gewinnen. An dieser Stelle sei allen gedankt, die uns einerseits durch Spenden, andererseits durch ihre Mitarbeit beim Bootsdienst unterstützt haben.
Stephan Pauly, Hans-Joachim Weingarz
Bericht des Vorsitzenden
Das Jahr 1973/74 brachte im Gegensatz zum vergangenen nicht nur Grund zur Freude mit sich. Dies mag wohl in der Hauptursache daran liegen, daß im letzten Jahr mehr als die Hälfte des Vorstandes wegen des Abiturs ausschied. Der folgende Jahrgang wae aber im Verein zahlenmäßig nicht so stark vertreten, um die entstandenen Lücken zu stopfen. So mussten wir mit einem sehr jungen und nicht opimal besetzen Vorstand Vorlieb nehmen. Dieser war im Schnitt über ein Jahr jünger als der letzte. Da aber abgesehen von einer Ausnahme der neue Vorstand aus den selben Personen besteht, hoffe ich, dass sich die gesammelten Erfahrungen auszahlen werden.
Daß wir lediglich mit vier, am Schluß sogar nur noch mit zwei aktiven Steuerleuten noch die gleichen KM-Zahlen wie 1972 erreichen konnten haben wir in erster Linie den sehr aktiven Hilfssteuerleuten zu verdanken, die wohl in den nächsten Jahren die Basis für eine fruchtbare GRV-Arbeit bilden werden. Die Zahl der EInzelfahrten nahm leider wieder geringfügig ab, weil oft, wenn Ruderinteresse bestand, kein verantwortlicher Steuermann zu finden war. Deshalb muss in Zukunft die Initiative bei den Hilfssteuerleuten liegen, die dann auch zu Steuerleuten ernannt werden, vor allem aber sollte nicht im ersten halben Jahr ein Ruderboom einsetzen, der zum Schluss bis auf den Nullpunkt absinkt. Auch bei den Regatten machte sich das geringe Alter bemerkbar. Die jungen Mannschaften hatten gegen die Recken der anderen Vereine keine Chancen. Lediglich der Anfängervierer fuhr gegen gleichaltrige Mannschaften und errang auch einen zweiten Platz. Erfreulich ist, dass wir im vergangenen Jahr wieder aus Zuschüssen einen neien Dreier ("Wasserwanze") und acht Paar Skulls anschaffen konnten. Hoffentlich ist das ein Anstoß für einige Herren, nicht mehr nur auf Wanderfahrten zu rudern.
Glücklicherweise sind wir von totalschäden verschont geblieben. Außer einigen Verschleißerscheinungen hatten wir keine größeren Ausfälle zu verzeichnen, sodass wir im nächsten Jahr wieder alle voll ins Rudergeschäft einsteigen können. An dieser Stelle möchte ich noch erwähnen dass sich der neueingerichtete Boots- und Hausdienst voll bewährt hat. Obwohl wieder Kontakte zu Oxford aufgenommen wurden und auch zwei Vorstandsmitglieder im Rahmen einer anderen Veranstalung dort gewesen sind, kam in diesem Jahr kein Austausch zustande. Bei der St. Edwards School würde man es aber begrüßen, wenn wieder eine Gruppe von uns hinüberkäme, auch wenn ihrerseits kein Interesse bestände Deutschland zu besuchen.
Ganz besonders freuen wir uns über die Gründung einer 1-"Mann"-Mädchenriege, die wir demnächst durch die neuen Anfänger hoffen verstärken zu können. Nun bleibt mir nur noch dem alten Vorstand und allen Helfern zu danken und darum zu bitten, dass alle mithelfen, im nächsten Jahr wieder an die Leistungen der beiden vergangenen anzuschließen.
Günter Mertens
Bericht des Ruderwartes
Aus der Sicht des Ruderwartes war 1973/74 ein Ruderjahr mit Höhen und Tiefen. Zunächst zum erfreulichen Teil: wie schon 1972, konnte der GRV auch 1973 seine Spitzenposition im deutschen Schülerrudern behaupten. Mit 39.000 Wanderkilometern lag er im Winsauerpreis des Deutschen Ruderverbandes an erster Stelle. Ende des Jahres 1974 werden wir auf eine ungefähr gleich große Kilometerzahl blicken können, und das, obwohl sich die Zahl der Aktiven um ca. 20 Ruderer verringerte! Ich meine, das ist eine berechtigter Anlaß zur Freude. Erfreulich auch, dass ein großer Teil unserer Wanderfahrten auf Privatinitiative stattfanden. Die Frankreich- und die Donaufahrt sollten jeden dazu animieren, im nächsten Jahr eine Privatfahrt zu planen und durchzuführen. Großen Anklang fanden auch die drei Auslandsfahrten in diesem Jahr: Die beiden obengenannten und die Amsterdamfahrt. Gerade sie bewies, daß man auch mit einer zahlenmäßig größeren Gruppe eine solche Fahrt unternehmen kann. Für alle Teilnehmer war sie ein besonderes Erlebnis. Im krassen Gegensatz dazu steht das Sonntagsrudern, das langsam eizugehen scheint. Es wird eine Hauptaufgabe in diesem Jahr sein, dieses wieder zu beleben. Auch die Fahrten Sonnabends nach der Schule nahmen im Laufe der Jahre ab.
Wieder zurück zur positiven Billanz. Erstmals seit vielen Jahren konnten intensiv Hilfssteuerleute ausgebildet werden. Der Erfolg ist in der Kilometerstatistik ablesbar. Unter den 15 Kilometerersten befinden sich 8 Hilfssteuerleute, von diesen haben 7 über 1000, einer sogar über 3000 KM gerudert! Auch das hat es seit Jahren nicht mehr gegeben. Das Ruderinteresse bei den Anfängern ist konstant geblieben. Wir können hoffen, daß der Großteil von ihnen bei unserem Sport bleiben wird.
Abschließend kann man sagen: Der Wanderruderbetrieb gibt zur Freude Anlaß, während das Alltagsrudern mehr gefürdert werden muß. In 2 Jahren werden wieder zahlenmäßig stärkere Jahrgänge auf uns zukommen und da dann hoffentlich auch das Mädchenrudern den erwarteten Aufschhwung nimmt, kann der GRV optimistisch in die Zukunft sehen.
Martin Kühn
Die 5 aktivsten Ruderer:
Gesamt: 48152,5 KM
Die 5 meistgeruderten Boote: